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Türkei: Keine Sekunde und keinen Kuruş für die Armee!
Connection e.V.
Internationale Arbeit für Kriegsdienstverweigerer und Deserteure
Türkei: Keine Sekunde und keinen Kuruş für die Armee!

Freikaufsregelung Türkei


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Türkei: Keine Sekunde und keinen Kuruş für die Armee!

Zur befristeten Freikaufsregelung in der Türkei 2015

von Verein für Kriegsdienstverweigerung

Der Verein für Kriegsdienstverweigerung bezog Anfang Dezember 2014 Stellung zu einem geplanten Gesetz zur Freikaufsregelung, das zum 1.1.2015 in Kraft treten soll. Danach sollen sich in der Türkei lebende türkische Wehrpflichtige befristet vom 1. Januar bis 28. Februar 2015 gegen Zahlung von 18.000 Türkische Lira (TL), was etwa 6.500 € entspricht, von der Ableistung des 12-monatigen Militärdienstes frei kaufen können. Sie können diese Regelung nur in Anspruch nehmen, wenn sie mindestens 28 Jahre alt sind. Nach Schätzungen wird davon ausgegangen, dass es insgesamt etwa eine Million Wehrflüchtige gibt, von denen 534.000 diese Regelung in Anspruch nehmen könnten. Zudem verlautete aus regierungsnahen Kreisen, dass die Einnahmen aus der Freikaufsregelung der Armee, einem Verteidigungsfond für Rüstungstechnologie und dem Geheimdienst (MIT) zukommen sollen. Die Freikaufsregelung für im Ausland lebende türkische Staatsbürger wird nicht geändert. (d. Red.)

 

Wir verweigern uns als Kriegsdienstverweigerer dem Töten und dem Sterben. Wir sind uns bewusst, dass die Absicht besteht, die Freikaufregelung wie eine „Alternative zur Kriegsdienstverweigerung“ darzustellen. Die Regierung fordert uns auf: „Wer nicht will, kann ja zahlen und die Sache los werden“. Wir aber werden uns weiterhin verweigern, der Armee nur eine Sekunde oder einen Kuruş (100 Kuruş entsprechen einer türkischen Lira) zu geben.

Keine Sekunde und keinen Kuruş für die Armee!

Die seit einiger Zeit geführten Diskussionen um eine Freikaufsregelung wurden heute mit der Erklärung des Ministerpräsidenten Ahmet Davutoğlu während der Versammlung seiner Partei konkretisiert: Altersgrenze 28, Freikaufsgebühr 18.000 Türkische Lira (ca. 6.500 €). Somit wurde der neue Preis für das Töten und Sterben auf 18.000 TL festgelegt.

Während der Dienst in unserem Land den Menschen immer noch aufgezwungen wird, will die Regierung mit der neuen Regelung die Zahl derer, die sich gegen diesen Zwang sträuben, um 534.000 senken. Die Zahl der Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen mit politischen oder religiösen Überzeugungen steigt von Tag zu Tag. Der Staat hingegen greift mit diesem Gesetz unter dem Motto „Dein Geld oder dein Leben“ die „Wehrflüchtigen“ an. Die Zahl derer, die als Wehrflüchtige bezeichnet werden, weil sie sich weigern zu töten und zu sterben, weil sie sich weigern Soldaten zu werden, beläuft sich inzwischen auf eine Million, weshalb die Freikaufsregelung zu einer neuen Einnahmequelle für den Staat wird.

Die Aufforderung, 18.000 TL zu zahlen und die Sache hinter sich zu bringen, ermöglicht den Reichen einen leichten Ausweg und zwingt den Armen Bankkredite auf. Durch Kredite mit bis zu 36 Raten bereiten diese sich darauf vor, die Armen, die von der Freikaufsregelung Gebrauch machen wollen, auszurauben. Wer sich weigert Soldat zu sein, wurde und wird zum Wehrflüchtigen. Von nun an soll er zum Schuldner werden.

Wir verweigern uns als Kriegsdienstverweigerer dem Töten und dem Sterben. Wir sind uns bewusst, dass die Absicht besteht, die Freikaufsregelung wie eine „Alternative zur Kriegsdienstverweigerung“ darzustellen. Die Regierung fordert uns auf: „Wer nicht will, kann ja zahlen und die Sache los werden“. Wir aber werden uns weiterhin verweigern, der Armee nur eine Sekunde oder einen Kuruş zu geben.

Wir werden angesichts der Wehrpflicht und der Bankenfalle weiterhin für unser Leben Widerstand leisten und verweigern.

Keine Sekunde und keinen Kuruş für die Ausbildung zum Töten und Sterben, keine Sekunde und keinen Kuruş für die Wehrpflicht!


Vicdani Ret Derneği: Orduy ne bir saniye ne de bir kuruş!, 2. Dezember 2014. Übersetzung: omü. Quelle: http://vicdaniret.org/vr-der-orduya-ne-bir-saniye-ne-de-bir-kurus/. Der Beitrag wurde veröffentlicht in: Connection e.V. und AG »KDV im Krieg« (Hrsg.): Rundbrief »KDV im Krieg«, Ausgabe Februar 2015



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